PET - Polyäthylenterephthalat ist ein klarer, stabiler und leichter Kunststoff, der zur Familie der Polyester gehört. Mitte der 60er Jahre begann man auch mit dem Einsatz von PET für Verpackungsmittel. Die Verwendung von PET wurde zur Herstellung von Fotofilmen, Videokassetten, Verpackungen und fotografischen Platten für Röntgenaufnahmen eingeführt. Nachdem zu Beginn der 70er Jahre eine Methode zur Herstellung von Flaschen im Blasformungsverfahren mit biaxialer Orientierung entwickelt wurde, begann man mit der kommerziellen Produktion.
Die Liste der Vorzüge von PET-Flaschen ist lang. Fangen wir am Anfang an:
Wie wird dieses Material hergestellt?
Polyäthylenterephthalat (PET) ist ein lineares thermoplastisches, aus Wiederholungseinheiten bestehendes, langkettiges Molekül. PET-Harz wird bei hohen Temperaturen und unter hohem Druck durch die Polykondensation von Terephthalsäure (TPS) und Ethylenglykol (EG) und durch darauf folgende Polymerisation im festen Zustand erzeugt.
Je nach der Art des thermischen Verfahrens kann PET sowohl aus amorphem (transparentem) oder auch aus teilkristallinem (lichtundurchlässigem und weißem) Material bestehen. Die innere Viskosität (IV) ist eine der wichtigen Eigenschaften von PET. Die IV des Materials wird in dl/g (Deziliter/Gramm) ausgedrückt und hängt von der Länge der Polymerketten ab - dem Molekulargewicht des Polymers.
Es gibt verschiedene PET-Qualitäten:
| 0,60 dl/g | Faser |
| 0,65 dl/g | Film |
| 0,76-0,84 dl/g | Flaschen |
| > 0,85 dl/g | Reifencord und Umreifungsband |
Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es für PET-Harz?
PET wird zur Herstellung von Behältnissen aller Art für Getränke, Nahrungsmittel und andere Flüssigkeiten, von Synthetikfasern und in einigen anderen Thermoformungsanwendungen eingesetzt. Auch Glasflaschen werden mittlerweile in vielen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie durch PET-Flaschen ersetzt, selbst in der Wein- und Bierabfüllung.
Woran kann man PET erkennen?
Verbraucher können PET-Behälter am Recycling-Codesymbol Nr. 1 auf der Behälterunterseite erkennen.

Wie ist das Herstellungsverfahren für Flaschen?
Die Herstellung von PET-Flaschen erfordert die Kombination von Ethylenglykol mit Terephthalsäure zur Herstellung von PET-Harz in Form kleiner Kugeln, die fast wie Reis aussehen. Diese Kügelchen werden dann bei Temperaturen von 250 - 300ºC geschmolzen. Nach Erreichen des Flüssigzustands wird die Kunststoffmasse zur Erzeugung eines "Vorformlings" - einer dickwandigen Reagenzglasform komplett mit Hals und Kappengewinde - in eine Form gedrückt. Während des Abkühlungsprozesses kristallisiert dieser Vorformling, wodurch er die gewünschten Eigenschaften annimmt. Sodann wird der Vorformling auf eine Temperatur von ca. 80 ºC erhitzt, wodurch er flexibel wird. Nach dem Einsetzen in eine passende Form wird er mit einem Hochdruck-Luftstrahl aufgeblasen, bis er die gewünschte Flaschenform erreicht hat.
Welche Vorzüge hat PET?
PET-Kunststoff erfreut sich stetig steigender Beliebtheit. Die Verbraucher schätzen die praktischen Eigenschaften, wie Stabilität, Bruchsicherheit und leichtes Gewicht. Es gibt aber noch weitere wichtige Vorteile: ästhetisches Aussehen, eine breite Produktpalette verschiedener erzielbarer Formen und Farben sowie hohe Transparenz. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die einfache Weiterverarbeitung von PET in auf fast allen auf Polymermaterialien angewandte Recyclingmethoden.
Leichtes Gewicht/niedriges Gesamtverpackungsgewicht - 1989 bestanden 500ml-Wasserflaschen noch aus 24 Gramm PET-Harz. Heute können 500ml PET-Flaschen aus weniger als 10 Gramm PET produziert werden.
Sicher/unzerbrechlich/inert - PET ist ein sehr inertes Material, welches widerstandsfähig gegenüber Angriffen durch Mikroorganismen ist und nicht mit Nahrungsmitteln reagiert, weshalb PET zum größten Teil bevorzugt für die Verpackung von Nahrungsmitteln, Getränken und Arzneimitteln verwendet wird. Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt haben PET bedenkenlos zum Einsatz mit Nahrungsmitteln und Getränken zugelassen.
Nachhaltigkeit / stark reduzierte Transportenergie - Obwohl die für PET verwendeten Grundmaterialien auf Erdöl basieren, ist die Umweltverträglichkeit von PET im Vergleich zu Glas, Aluminium und anderen recycelbaren Behältermaterialien sehr günstig. Das liegt daran, dass durch das leichte Gewicht und die Produktstabilität mehr PET - Verpackungen mit weniger Gewicht und somit niedrigeren Kraftstoffkosten als die meisten anderen Behältnismaterialien ausgeliefert werden.
Recyclingvermögen - Die ersten PET-Flaschen wurden 1977 recycelt. Heutzutage werden Behälter nach dem Gebrauch im Haushalt zum Recycling abgeholt und zu neuen Rohmaterialien für weitere Anwendungen verarbeitet. Ein weiterer Vorzug von PET ist, dass es recyclebar und höchst nachhaltig ist. Bei PET handelt es sich um den meistrecycelten Kunststoff. Es kann in Behälter für Nahrungsmittel, Getränke und persönliche Pflegeprodukte wie auch in Teppiche, Kleidung, Automobilteile, Konstruktionsmaterialien, industrielles Umreifungsmaterial, Polyester-Polyol sowie viele weitere Produkte zurückverwandelt werden.

